Die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) wird bei therapierefraktären Herzstillständen sowohl im Krankenhaus als auch bei außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand (OHCA) eingesetzt. Für dieses Vorhaben ist es nötig, eine lückenlose Verfügbarkeit des eCPR-Teams (24 Stunden / 7 Tage / 365 Tage) sicherstellen zu können [1]. Dieses multiprofessionelle eCPR-Team besteht idealerweise aus einem:r Fachärzt:in mitZusatzqualifikation in Notfallmedizin oder einem:r Intensivmediziner:in und dem ECLS-Implantationsteam. Das ECLS-Implantationsteam soll mindestensaus zwei, besser drei, entsprechend erfahrenen und geschulten Anwender:innen aus den Bereichen Kardiologie, Herzchirurgie, Anästhesiologie undPerfusiologie bestehen [2]. Das eCPR-Programm sollte nur an Kliniken mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von ECLS-Patient:innenetabliert werden. Zusätzlich müssen kooperierende Kliniken mit 24/7/365 Herzkatheter- und ECLS-Bereitschaft mit Interhospitaltransfer und derMöglichkeit weiterführender Therapieoptionen angebunden sein [2-5]. Durch checklistenbasierte Indikationsüberprüfung und geeignete Schnittstellenkommunikation zwischen Rettungsdienst, Notärzt:in und verantwortlichen:r Ärzt:in des ECLS-Implantationsteams müssen abgestimmte Verfahrensanweisungen implementiert werden, die idealerweise innerhalb von 15 Minuten fehlendem ROSC (Return of spontaneous circulation) zur Alarmierung des ECLS-Teams führen [6]. Beim Eintreffen des eCPR-Teams muss eine strukturierte Übergabe mit orientierenderklinischer Untersuchung und sofortiger fokussierter Sono-/Echokardiographie unter mechanischer Reanimation zum Nachweis reversibler Ursachendurchgeführt werden [7-9]. Bis zur endgültigen Entscheidung zur möglichen ECLS-Anlage durch das ECLS-Implantationsteam muss die Reanimationleitlinienkonform fortgeführt werden [1-10].
Das „Collapse-to-start-eCPR-Zeitintervall“ von 60 Minuten [11] und eine „Door-to-ECLS-Implantationszeit“ von < 30 Minuten sollte in Abhängigkeit vonden lokalen Gegebenheiten eingehalten werden können [1-12].
Selbst unter optimalen Bedingungen und Strukturen ist die eCPR außerhalb von Krankenhäusern ein Verfahren, welches für eine ausgewählte Gruppe von Patient:innen mit therapierefraktärem Herzstillstand vorbehalten sein sollte. Ein Überlebensvorteil kann nur bei optimalerPatientenselektion, richtigem Entscheidungszeitpunkt, rechtzeitiger Alarmierung des eCPR-Teams, angepasstem medizinischem Vorgehen,gemeinsamen Teamschulungen und Simulationstrainings gewährleistet werden [13]. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass ein beobachteter Herzstillstand vorliegt und eine optimale kardiopulmonale Reanimation durchgeführt wird. Des Weiteren muss der/die Patient:in sich in vertretbarer Entfernung zu einem ECMO-Zentrum befinden, eine reversible Ursache für den Herzstillstand vorliegen und die extrakorporale Perfusion als Überbrückung bis zur Genesung dienen können [7].
Die behandelnden bzw. beteiligten Einrichtungen, die strukturell ein eCPR-Programm betreiben, müssen über eine robuste multidisziplinäreVersorgungsstruktur verfügen und einen schnellen Transport unter ECLS-Bedingungen garantieren können; die Anwesenheit von Perfusionist:innenist dringend anzustreben. Die Entwicklung einer solchen eCPR-Versorgungsstruktur erfordert Fachpersonal im multidisziplinären Team aus denBereichen präklinische Versorgung, Notfallmedizin, Krankenhausversorgung, Verfahrenstechnik, Perfusion und Intensivmedizin [7,13].
Nach aktuellem Stand der (internationalen) wissenschaftlichen Erkenntnisse sollte der Einsatz der VA-ECMO im Gegensatz zur klinischen Praxis aufgrund des fehlenden Nachweises eines gesicherten Nutzens mit Zurückhaltung und nicht mit zunehmender Liberalität angewendet werden [14]. Im Hinblick auf die außerklinische Anwendung betonen die Autor:innen, dass es sich derzeit um eine Therapieoption handelt, deren signifikanterÜberlebensvorteil nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien aufgrund der bisherigen Datenlage nicht gezeigt werden konnte. Im „idealen Setting“ und in Abstimmung mit den zuständigen Rettungsdienstbereichen und beteiligten Versorgungsstrukturen, sollte die Therapie nur unter wissenschaftlicherBegleitung durchgeführt werden [14].
Interessenkonflikt
Die Autoren sind Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Perfusiologie und Technische Medizin (DGPTM).







