Geschichte
Seit 2005 bietet der Fachbereich Physikingenieurwesen der
Fachhochschule Münster das Wahlmodul Perfusiologie im Rahmen des
Masterstudiengangs Biomedizintechnik an. Ursprünglich von Gerhard
Lauterbach aus Köln initiiert, übernahm 2014 Jörg Optenhöfel von der
Medizinischen Hochschule Hannover die Leitung des Moduls. Aus dieser
erfolgreichen Zusammenarbeit entstand die Idee, einen eigenständigen
Studienschwerpunkt Perfusiologie an der FH Münster zu etablieren.
Dafür wurde der Hochschulzertifikatskurs „Klinische Perfusion/
Kardiotechnik“ 2020 unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Claus Backhaus
und Maximilian Kehmann ins Leben gerufen. Seit Beginn bietet dieser
durch die Expertise erfahrener Fachleute ein besonders praxisnahes Lehr-
und Ausbildungskonzept. Der Einsatz von Dozierenden direkt aus der
klinischen Praxis bietet nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern gibt
auch praxisbezogene Einblicke in angrenzende Bereiche der
Perfusiologie.
Vernetzung und Kooperation
Von Beginn an konnte die FH Münster mit der Medizinischen Hochschule
Hannover und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen zwei
renommierte Partner gewinnen. Dozierende beider Häuser decken in den
Lehrveranstaltungen essenzielle Themen zu Perfusionsführung und dem
Umgang mit kritischen Situationen ab. So findet die Lehre sowohl an der
FH Münster als auch direkt in den Kliniken statt. Dadurch wird die
Verknüpfung von Theorie und Praxis nachhaltig umgesetzt. Im Laufe der
Jahre hat sich das Netzwerk stetig erweitert. Neben den beiden
Initialpartnern zählen heute das Universitätsklinikum Münster, das
Städtische Klinikum Braunschweig, die Schüchtermann-Klinik Bad
Rothenfelde und das Klinikum Oldenburg zu den Ausbildungspartnern. Im
Verlauf der Ausbildung durchlaufen die angehenden Perfusionist:innen
verschiedene Module vor Ort in den Partnerkliniken. So bieten die
Partnerkliniken nicht nur praxisnahe Lehrmöglichkeiten, sondern
fungieren auch als Ausbildungsstandorte und stärken den
interdisziplinären Charakter der Ausbildung.
| Lehreinrichtung | Module |
|---|---|
| Fachhochschule Münster | Statistik und Wissenschaftliches Schreiben Management im Gesundheitswesen Anästhesie & lntensivmedizin Physikalische Medizin |
| Medizinische Hochschule Hannover | Perfusion 1 & 2 Herz- & Kinderherzchirurgie |
| Herz- und Diabeteszentrum NRW | Perfusion 1 & 2 Klinische Grundlagen Anästhesie & lntensivmedizin Gefäß- und Thoraxchirurgie |
| Städtisches Klinikum Braunschweig | Physikalische Medizin |
| Schüchtermann Klinik Bad Rothenfelde | Perfusion 1 & 2 Herz- & Kinderherzchirurgie |
| Klinikum Oldenburg | Basic Life Support & ECMO |
| Universitätsklinikum Münster | Herz- & Kinderherzchirurgie Basic Life Support & ECMO |
Ab. 1: Übersicht der Lehreinrichtungen und ihrer angebotenen
Module
Neuer Studiengang
Die Qualität der Ausbildung an der FH Münster wurde 2021 offiziell
durch das European Board of Cardiovascular Perfusion (EBCP) bestätigt
und die FH Münster als Ausbildungsstandort akkreditiert. Absolvent:innen
des Hochschulzertifikatskurses erhalten damit nicht nur ein Zertifikat
nach §62 Abs. 4 HG NRW, sondern auch das international anerkannte
„European Certificate in Cardiovascular Perfusion“ (ECCP).
2024 ging die FH Münster durch das erstmalige Angebot des
berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Cardiovascular Perfusion“ (M.Sc.)
einen weiteren Schritt in Richtung Akademisierung der Perfusiologie.
Dieser weiterbildende Studiengang kombiniert die Inhalte des
Zertifikatskurses mit einem zusätzlichen Fokus auf klinische Forschung
und wissenschaftliche Arbeit. Im abschließenden Mastersemester widmen
sich die Studierenden einem klinischen Forschungsprojekt sowie ihrer
Masterarbeit, um nach fünf Semestern den akademischen Titel Master of
Science (M.Sc.) in Kombination mit dem ECCP zu erlangen.
Der interdisziplinäre Ansatz des Ausbildungsangebotes bietet
angehenden Perfusionist:innen eine breite und fundierte professionelle
Basis sowie eine optimale Vorbereitung zur Erlangung des ECCP, mit der
Option des akademischen Abschlusses.
Abb. 2: Simulations-OP der FH Münster

Simulations-OP als dritter Lernort
Die FH Münster verfügt über hochmoderne Räumlichkeiten und
Ausstattungen, die speziell auf die Anforderungen der
Perfusionsausbildung abgestimmt sind. Unter anderem steht ein
interdisziplinär nutzbares Intensivzimmer zur Verfügung, in dem
Szenarien wie die Behandlung von ECMO-Patient:innen (einschließlich
Kombinationen mit Dialyse oder Reanimation) realitätsnah simuliert
werden können. Ein Simulations-OP, ausgestattet mit mehreren
Herz-Lungen-Maschinen, ermöglicht es Studierenden unter kontrollierten
Bedingungen komplexe operative Eingriffe zu erfahren und zu üben. Unsere
Simulationseinrichtungen fördern nicht nur die Entwicklung praktischer
Fähigkeiten, sondern bieten auch eine Plattform für experimentelle
Forschung und die Erprobung neuer Konzepte.
Forschung und Innovation
In stetiger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für
Perfusiologie und Technische Medizin (DGPTM) engagiert sich die FH
Münster mit ihren Lehrbeauftragten unter anderem im Akademischen und
Wissenschaftlichen Beirat sowie bei der Entwicklung und Implementierung
von neuen Guidelines und Positionspapieren.
2024 wurde unter federführender Organisation der FH Münster in
Zusammenarbeit mit der Akademie für Kardiotechnik, der Hochschule
Furtwangen und der Deutschen Gesellschaft für Perfusiologie und
Technische Medizin der EBCP-Upgrade-Kurs durchgeführt. Die 13
Teilnehmer:innen des Upgrade-Kurses haben vor der EBCP-Prüfung den
jährlich stattfindenden mehrwöchigen online-Vorbereitungskurs der FH
Münster besucht. Im letzten Jahr konnte die FH Münster so insgesamt 30
Perfusionist:innen bei der Erlangung des ECCP unterstützen. Eine
Anmeldung ist auch für externe Teilnehmer:innen der EBCP-Prüfung
möglich.
Auch werden in unserer Einrichtung regelmäßig Forschungsprojekte von
Studierenden durchgeführt. Ein solches Projekt stellt aktuell die
Entwicklung eines innovativen ECLS-Simulators für den interdisziplinären
Einsatz dar. Dieser entsteht in Kooperation mit Klinik- und
Industriepartnern und ist speziell auf die Anforderungen des
ECLS-Trainings abgestimmt. Das Projekt zielt darauf ab, realitätsnahe
Trainingsmöglichkeiten für hochspezialisierte Teams zu schaffen.
Weiterhin wurde hier über den Zeitraum des letzten Jahres die erste
gesamtdeutsche Prävalenzerhebung zu Muskel-Skelett-Beschwerden in der
Perfusiologie durchgeführt, zu der sich die Ergebnisse gegenwärtig im
Prozess der Publikation befinden. Derartige Forschung ermöglicht
langfristig den Erhalt und die Verbesserung des Berufsfeldes sowie auch
die Festigung wissenschaftlicher Forschung im Bereich der
Perfusiologie.
Akademische Ausbildung und internationale Netzwerke
Die Vernetzung von Studium, Praxis und Forschung stellt den
besonderen Schwerpunkt der Ausbildung an der FH Münster dar. Die
Teilnahme an nationalen und internationalen Konferenzen sowie die enge
Zusammenarbeit mit Klinikpartnern und der Industrie ermöglichen sowohl
Studierenden als auch Lehrenden, neue Entwicklungen voranzutreiben und
aktiv zur Weiterentwicklung der Perfusiologie beizutragen. Ein Beispiel
dafür ist die regelmäßige Publikation von Abschlussarbeiten in
wissenschaftlichen Journals sowie die aktive Teilnahme an
Kongressen.
Mit der Einführung des Masterstudiengangs „Cardiovascular Perfusion“
und den bereits etablierten Ausbildungsstrukturen setzen wir neue
Maßstäbe der Aus- und Weiterbildung in der Perfusiologie. Die
kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards sowie die
gezielte Förderung von interdisziplinären Kompetenzen sichern künftig
die hohe Qualität der Ausbildung und der Absolvent:innen bei uns an der
FH Münster.
Ansprechpartner:
Studiengangsleiter: Prof. Dr.-Ing. Claus Backhaus
Studiengangskoordinator: Maximilian Kehmann, B.Sc.
Website: fh.ms/perfusion
E-Mail: perfusion@fh-muenster.de
Telefon: 02551/962633
Anschrift: Bürgerkamp 3 · 48565 Steinfurt
Abb. 3: Maximilian Kehmann, Prof. Dr.-Ing. Claus Backhaus

| Eckdaten Zertifikatskurs | ||
|---|---|---|
| Abschluss: | Hochschulzertifikat, ECCP | |
| Kursgröße: | 20 Personen | |
| Sprache: | Deutsch | |
| Abb. 4: www. | ||
| Regelstudienzeit: | 4 Semester | fh.ms/perfusion |
| Vorlesungsbeginn: | Oktober | |
| Format: | Berufsbegleitende Präsenzveranstaltungen an der FH Münster und in unseren Partnerkliniken | |
| Kosten: | 4.000 € pro Semester | |
| Zugangsvoraussetzungen | ||
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| Eckdaten Masterstudium | ||
| Abschluss: | Master of Science (M.Sc.), ECCP | |
| Kursgröße: | 20 Personen | |
| Sprache: | Deutsch | |
| Regelstudienzeit: | 5 Semester | |
| Vorlesungsbeginn: | Oktober | |
| Format: | Berufsbegleitende Präsenzveranstaltungen an der FH Münster und in unseren Partnerkliniken | |
| Kosten: | 4.000 € pro Semester | |
| Zugangsvoraussetzungen | ||
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