AUSBILDUNGSMODUL ECLS
Die mechanische herz- und kreislaufunterstützende Therapie mittels extrakorporaler Life-Support-Systeme (ECLS) bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz, Postkardiotomieversagen oder im Rahmen von extrakorporaler kardiopulmonaler Reanimation (eCPR) hat in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland stark zugenommen [1, 2]. Diese häufig akut und schwer erkrankten Patienten stellen besondere Herausforderungen an das multiprofessionelle Behandlungsteam und erfordern umfassende, interdisziplinäre und interprofessionelle Therapie-/Pflegekonzepte sowie deren konsequente Umsetzung. Aus diesen Gründen und zur Gewährleistung einer bestmöglichen Patientenversorgung ist es naheliegend und wichtig, ein standardisiertes „Ausbildungsmodul ECLS“ auf nationaler, fachgesellschaftlicher Ebene zu etablieren.
In Anlehnung an das eCPR-Konsensuspapier [3] und die sich in Druck befindende S3-Leitlinie zum Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (ECLS) bei Herz- und Kreislaufversagen [4] wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e. V. (DGTHG), der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. (DGfK), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DGIIN), der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF), dem Deutschen Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council (GRC) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e. V. (DGK) ein einheitliches „Ausbildungsmodul ECLS“ zum Einsatz des extrakorporalen Life-Support (ECLS)-Systems empfohlen. Die DIVI e. V. stellt, basierend auf der Interdisziplinarität und der Multiprofessionalität in der Akutmedizin, die koordinierende Fachgesellschaft dar. Jede beteiligte Fachgesellschaft kann das „Ausbildungsmodul ECLS“ grundsätzlich innerhalb der eigenen Fachgesellschaft als eigenes Ausbildungskonzept (z. B. „Sachkundenachweis ECLS“ der DGK e. V.) anbieten. Basierend auf der notwendigen Interdisziplinarität, sollte das „Ausbildungsmodul ECLS“ idealerweise in enger Kooperation mit mindestens einer weiteren beteiligten Fachgesellschaft – DGTHG, DGfK, DGAI, DGIIN, DGF, GRC oder DGK – erfolgen. Die Inhalte des „Ausbildungsmoduls ECLS“ wurden im Konsens mit den Vertretern der jeweiligen Fachgesellschaften abgestimmt.
Das 3-tägige „Ausbildungsmodul ECLS“ richtet sich primär an Intensiv- und Notfallmediziner sowie an Fachärzte für Kardiologie, Anästhesiologie und Herzchirurgie und Fachpflegende, welche sich speziell mit ECLS bzw. eCPR beschäftigen, sowie an Klinische Perfusionisten Kardiotechnik. Die Inhalte des „Ausbildungsmoduls ECLS“ sollen im Rahmen eines einheitlichen Ausbildungsmoduls als eigenständiges oder integriertes Modul in der Intensiv- und Notfallmedizin von den jeweiligen Fachgesellschaften berücksichtigt werden.

Tab. 1: Inhalte des Ausbildungsmoduls ECLS. Jeder Ausbildungstag besteht aus einem theoretischen
und einem praktischen Anteil
Die DGK e. V. hat beschlossen, die Inhalte des „Ausbildungsmoduls ECLS“ als „Sachkunde-ECLS“ in das Curriculum „Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin“ zu integrieren. Die Koordination bei der DGK e. V. wird über die DGK Akademie gesteuert. Obwohl verschiedene nationale und internationale Empfehlungen zur eCPR und ECLS [3, 5–7] publiziert wurden, existiert bis heute kein einheitliches Konzept zur Qualifizierung in der ECLS-Therapie.
Einige von verschiedenen Fachdisziplinen oder auf lokale Initiative initiierte Kurse basieren uneinheitlich auf ein- bis mehrstufigen Modulen [8–12]. Ein praktikables Ausbildungsmodul auf nationaler Ebene unter Berücksichtigung des notfall- und intensivmedizinischen Managements fehlt bisher. In Kliniken mit einem ECLS-Programm sollen ein Leiter und ein stellvertretender Leiter des ECLS-Teams definiert werden. Entsprechend der sich im Publikationsprozess befindenden S3-Leitlinie zum Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (ECLS) bei Herz- und Kreislaufversagen (AWMF-Registernummer 011–021), sollen sowohl der Leiter des ECLS-Programms als auch sein Stellvertreter Facharzt mit der Zusatzweiterbildung Notfall- oder Intensivmedizin sein und über eine mehrjährige Erfahrung bei der Betreuung von ECLS-Patienten verfügen [4, 5]. Die Leitung des ECLS-Teams ist für die adäquate Ausbildung der ECLS-Teammitglieder innerhalb der Klinik verantwortlich [4].
Voraussetzung für die Teilnahme am Ausbildungsmodul ECLS sind eine begonnene oder abgeschlossene Zusatzweiterbildung im Bereich Notfallmedizin, klinischer Akut- und Notfallmedizin oder Intensivmedizin. Für die Teilnahme der (Fach-) Pflegenden gelten keine gesonderten Voraussetzungen. Folgende Inhalte sollen innerhalb des Ausbildungsmoduls ECLS integriert werden (s. a. Tab. 1).
Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung (schriftliche oder mündliche Lernkontrolle) und nachgewiesener Teilnahme an mindestens 15 ECLS-Einsätzen kann von der jeweiligen Fachgesellschaft ein Zertifikat ausgestellt werden (z. B. Ausbildungsmodul ELCS oder Sachkundenachweis ECLS). Für die (Fach-)Pflegenden kann das Zertifikat „ECLS Pflegeexperte“ (kombinierte mündlich und praktische Lernkontrolle) ausgestellt werden. Bei einer ECLS-Erfahrung von ≥10 ECLS-Anwendungen pro Jahr über 5 Jahre verlängert sich das Zertifikat um weitere 5 Jahre, während bei Nichterreichen der Fallzahlen eine Rezertifizierung nach 5 Jahren notwendig ist.
INTERESSENKONFLIKT
G. Trummer ist Gesellschafter der Resuscitec GmbH und in ihr teilzeitbeschäftigt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe ECMO/eCPR des Deutschen Rates für Wiederbelebung e. V./German Resuscitation Council (GRC) sowie Mitglied der Kommission für Intensivmedizin der DGTHG. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
T. Müller ist Sekretär im Steering Committee der EuroELSO. Der Interessenkonflikt steht in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
R. M. Muellenbach ist Mitglied der Arbeitsgruppe Respiratorisches Versagen der DIVI e. V., des Arbeitskreises Intensivmedizin der DGAI e. V. sowie der Arbeitsgruppe ECMO/eCPR des Deutschen Rates für Wiederbelebung e. V./German Resuscitation Council (GRC). Er erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Getinge und Pfizer. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
A. Markewitz ist Sekretär der DGTHG und Vorsitzender der Kommission Intensivmedizin der DGTHG und medizinischer Geschäftsführer der DIVI. Er ist zudem Mitglied in der Funktion eines Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats beim TÜVSüd. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
K. Pilarczyk und S. Bittner haben keine Interessenkonflikte. U. Boeken ist Sprecher der Arbeitsgruppe EKZ/MKU der DGTHG e. V. und stellvertretender Sprecher des Clusters A der DGK e. V. sowie Mitglied der Arbeitsgruppe kardiopulmonale Reanimation der DGK e. V. und erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Getinge, Orion Pharma und LivaNova. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
C. Benk ist Gesellschafter der Resuscitec GmbH und in ihr teilzeitbeschäftigt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe ECMO der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
M. Baumgärtel ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der DGIIN e. V. sowie der Arbeitsgruppe ECMO/eCPR des Deutschen Rates für Wiederbelebung e. V./German Resuscitation Council (GRC). Er erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Getinge, Novalung, MSD und Pfizer. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
A. Bauer ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. (DGfK) sowie Mitglied des Academic Boards des European Boards of Cardiovascular Perfusion, er erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Keller Medical, Getinge und Terumo. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
G. Michels ist Sprecher der Arbeitsgruppe Kardiopulmonale Reanimation und des Arbeitskreises Mechanische Kreislaufunterstützung der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e. V. (DGK) sowie Mitglied der Arbeitsgruppe ECMO/eCPR des Deutschen Rates für Wiederbelebung e. V./German Resuscitation Council (GRC) und erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Zoll, Getinge, Sedana Medical und Orion Pharma. Die Interessenkonflikte stehen in keinem Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit.
ETHISCHE ASPEKTE UND DATENSCHUTZRECHTLICHES (DSGVO)
Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien. Für Bildmaterial oder anderweitige Angaben innerhalb des Manuskripts, über die Patienten zu identifizieren sind, liegt von ihnen und/oder ihren gesetzlichen Vertretern eine schriftliche Einwilligung vor.







