Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit inzwischen fast 20 Jahren lenke ich in verschiedenen Positionen mit dem Redaktionsteam die Inhalte dieses wissenschaftlichen Journals. 2006 hatte man mich in das Team berufen, damals fanden Redaktionstreffen noch ganz analog in der Uniklinik Köln in den Räumen des Personalrates statt. Wir waren damals weit von digitalen Medien und Online-Meetings entfernt – Präsenz hatte etwas.
Ab 2008 wurde ich dann federführender Schriftleiter und entschied und entscheide kritisch, aber wohlwollend und konstruktiv über eingereichte Originalarbeiten und lenke die thematische Richtung. Dies alles funktioniert natürlich nur, weil ein großes und hervorragendes Team an Mitherausgebern, Redakteurin, Lektorin und wissenschaftlichen Beiräten zum Gelingen beiträgt.
Der letzten Pandemie geschuldet ist Präsenz inzwischen passé und Online angesagt. Das kommt der Arbeitsverdichtung und den nicht wirklich üppigen personellen Ressourcen durchaus entgegen.
Inzwischen sind es aber nicht mehr nur pandemische und weltpolitische Aspekte, die uns umtreiben, sondern aktuell vor allem Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit, wie sie in den USA stattfinden. Wenn Wissenschaftler dort in den großen Medizinjournalen wie Lancet, New England Journal of Medicine und JAMA publizieren, droht ihnen der Entzug von Forschungsgeldern; eingereichte Manuskripte sollten außerdem vorab überprüft werden. Das International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE), deren Grundsätzen wir uns auch verpflichtet haben, unterstreicht die redaktionelle Unabhängigkeit wissenschaftlicher Journals als redaktionellen wichtigen Standard. Eine institutionelle Beeinflussung erschwert aber ergebnisoffene Forschung und einen sauberen Diskurs.
Umso wichtiger sind deswegen auch wissenschaftliche Beiträge unserer noch jungen Fachdisziplin, um diesen freien Diskurs zu erhalten. So konnte ich neben der Namensänderung und der Einführung der DOI-Registrierung dieser Fachzeitschrift viele Dinge maßgeblich lenken und einleiten, gebe die Verantwortung als Editor-in-Chief (EIC) jetzt aber nach vielen Jahren gerne ab, um jüngere Kollegen umfangreich einzuarbeiten. So werden Sie ab 2026 den Kollegen Lars Saemann aus Halle als EIC sehen. Ich bleibe der Zeitschrift aber weiterhin als Mitherausgeber erhalten.
Zum Schluss eine kurze Zusammenfassung des wissenschaftlichen Teils dieser Ausgabe:
Eine Vorstellung und Einordnung der europäischen Guideline zur Anwendung des kardiopulmonalen Bypasses 2024 wird in dieser Ausgabe von einem Team aus Adrian Bauer, Elrina Joubert-Hübner und Sebastian Schmidt zusammenfassend beschrieben. Es ist die erste Episode von insgesamt 4, die in den kommenden Ausgaben folgen werden.
Von Andreas Teske und Frank Münch gibt es einen umfangreichen Artikel mit dem Titel Retrospektive Evaluation eines interdisziplinären Ansatzes zur Reduktion von allogenen Blutprodukten in der Kinderherzchirurgie.
Ein Team um Jan Turra beschreibt eine Studie zur Erstellung einer Korrelationsfunktion, um die Oxygenatortransferleistung für den Sorin Inspire 8F™ Dual PH.I.S.I.O. zu untersuchen.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Ihr Johannes Gehron







