In der Perfusiologie gibt es, wie in allen technischen Berufen, stetig neue Entwicklungen und wachsende Anforderungen. Unser regelmäßig erscheinendes Fachmagazin Die Perfusiologie sorgt dafür, dass unsere Mitglieder über alles Wesentliche informiert sind.
Fazitbox
Pro und Contra Fallzahlplanung:
Pro
Contra
Einleitung: Fester Bestandteil einer konventionellen Herz-Lungen-Maschine (HLM) ist die Verwendung eines Kardiotomiesaugers. Gerinnungsstörungen und die Aktivierung der Immunabwehr können unter anderem die Folge sein. Konzepte, wie beispielsweise die minimalinvasive extrakorporale Zirkulation (MiECC), helfen, diese Effekte zu verringern oder zu vermeiden. Ein Ansatz dabei ist der Verzicht auf die direkte Rückgabe des sich im Thorax ansammelnden Situsblutes. Strikte Saugerblut-Separation durch den Einsatz einer maschinellen Autotransfusion (MAT) soll Entzündungsreaktionen reduzieren.
Methoden: In einer prospektiv randomisierten monozentrischen Studie wurde der Einfluss von Kardiotomiesaugerblut während elektiver Bypassoperationen auf hämodynamische Parameter untersucht. In der Interventionsgruppe (n=11) wurde das Kardiotomiesaugerblut mittels MAT aufbereitet und retransfundiert. In der Kontrollgruppe (n=14) erfolgte eine direkte Retransfusion des Kardiotomiesaugerblutes in die HLM. Der systemische Widerstand (SVR) und der Katecholaminbedarf wurden erfasst.
Ergebnisse: Die Retransfusion von unbehandeltem Kardiotomiesaugerblut führte zu einer vorübergehenden Verringerung des SVR (954,2 ± 124,7 vs. 808,0 ± 159,5; p=0,017). Bezüglich der Noradrenalindosierung konnte zu keinem Zeitpunkt ein Gruppenunterschied nachgewiesen werden (p=0,233). Der postoperative Hämoglobin- sowie Hämatokritgehalt war in der MAT-Gruppe nach 24 Stunden signifikant höher (10,45 ± 0,81 vs. 9,70 ± 0,85; p=0,022 und 31,20 ± 2,24 vs. 28,37 ± 2,44; p=0,007). Bezüglich des postoperativen Drainageverlustes innerhalb 24 Stunden ergab sich kein statistisch relevanter Gruppenunterschied (727± 175 vs. 891± 345; p=0,143).
Schlussfolgerungen: Die hämodynamische Wirksamkeit von Kardiotomiesaugerblut zeigte sich in einer temporären Verringerung des SVR als Hinweis einer Inflammationsreaktion. Allerdings ergab sich hierbei kein gesteigerter Bedarf an Katecholaminen.
Einleitung: Bei herzchirurgischen Eingriffen mit der Herz-Lungen-Maschine (HLM) hat die Sicherheit des Patienten oberste Priorität. Eine der wichtigsten Komponenten der HLM ist der Oxygenator. Präoperativ wird die Funktionsfähigkeit des Oxygenators in der Regel durch Messung des Sauerstoffpartialdrucks (pO2) des Primings überprüft. Der pO2 dient als Indikator für einen suffizienten Gasaustausch an der Membran des Oxygenators. Um den pO2-Test des Primings in Relation zu einem Referenz-pO2 für unterschiedliche inspiratorische Sauerstoffanteile des zugeführten Gasgemisches zu setzen und anhand einer Referenz bewerten zu können, wurde ein Referenzbereich für verschiedenen Oxygenatoren erstellt.
Methoden: Im Rahmen einer monozentrischen, prospektiven Studie wurden pO2-Referenzbereiche der inspiratorischen Sauerstofffraktion zwischen 0,21-1,0 für den präoperativen pO2-Test für die Oxygenatoren Affinity Fusion™ von Medtronic®, Inspire® 6F DUAL PH.I.S.I.O und 8F Inspire® DUAL PH.I.S.I.O® von LivaNova sowie A.L.ONE AF Plus© von Eurosets® unter standardisierten und zuvor definierten Bedingungen ermittelt. Darüber hinaus wurden für den Oxygenator Affinity Fusion zusätzliche Referenzbereiche für einen reduzierten Pumpenfluss und eine reduzierte Priming-Temperatur erstellt. In der Messreihe Affinity Fusion (AF) 1 wurden n = 78 Oxygenatoren und in den Messreihen AF 2 und 3 wurden jeweils n = 60 Oxygenatoren getestet. Die Oxygenatoren Inspire 6F DUAL PH.I.S.I.O, Inspire 8F DUAL PH.I.S.I.O und A.L.ONE AF Plus wurden mit jeweils n = 31 getestet.
Ergebnisse: Im Vergleich der Oxygenatoren konnte bei einer inspiratorischen Sauerstofffraktion (FiO2) von 0,3 und 0,8 ein signifikanter Unterschied der pO2-Mittelwerte in den Messreihen festgestellt werden. Eine Halbierung des Pumpflusses im Test des Affinity Fusion führte in allen Vergleichen zu einem Anstieg des pO2-Wertes während des Primings, der in einzelnen Messreihen signifikant war. Die Verringerung der Priming-Temperatur um circa 3 °C führte bei allen FiO2-Einstellungen in der Messreihe AF 3 zu einem signifikanten Anstieg des pO2 im Priming.
Schlussfolgerung: Für die in dieser Arbeit untersuchten Oxygenatoren konnte ein Referenzbereich erstellt werden, welcher der Perfusionsgemeinschaft als Werkzeug zur Beurteilung des intakten Sauerstofftransfers eines Oxygenators dienen kann. Da keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Oxygenatoren festgestellt wurden, kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse der Referenzbereiche auch auf andere Oxygenatormodelle in der Perfusiologie übertragbar sind.
Im Rahmen einer superinfizierten Covid-Pneumonie bei vorbestehender Asbestose wurde eine vv ECMO etabliert. Nach primär AB0-konformer Erythrozyten-Transfusion kam es im weiteren Verlauf zu einer Leistungsreduktion des Oxygenators mit Verdacht auf Clotting der Membran. Ein Bridging zum Weaning mittels lokaler Lyse durch Alteplase war nicht erfolgreich, weshalb der Tausch des Oxygenators notwendig wurde. Durch weiterführende hämatologische Untersuchungen fanden sich Anti-Le(b)-Antikörper, die zu den plasmatischen Kälte-Antikörpern aus der IgM-Klasse zählen. Der Patient konnte am 18. Tag von der vv ECMO getrennt werden und trug durch die Transfusionsreaktion keinen Schaden davon. Bei unerwarteten Leistungseinschränkungen der vv ECMO nach Erythrozyten-Transfusionen sollte immer an eine Transfusionsreaktion gedacht werden und gegebenenfalls eine weiterführende Testung über das Labor eingeleitet werden.
Einleitung: Myokardprotektion ist ein Begriff, der viele Mechanismen zusammenfasst, die das Herzmuskelgewebe während eines herzchirurgischen Eingriffs schützen. Hierzu zählt die Form der kardioplegischen Protektion. Zwei unterschiedliche Myokardprotektionsformen wurden bei minimalinvasiven Mitralklappenoperationen miteinander verglichen, die Del Nido-Kardioplegie (DNKP) und die Custodiol (CCC)-Kardioplegie.
Material und Methoden: Im Zeitraum von Januar 2018 bis Juli 2021 erhielten am Universitätsklinikum Frankfurt 336 Patient:innen eine Mitralklappenoperation mit minimalinvasiver Operationstechnik. Ausschlusskriterien für die retrospektive Analyse waren Ablation bei Herzrhythmusstörungen, Kombinationseingriffe, Notfälle, Schwangerschaft und Minderjährigkeit. So konnten 119 Patient:innen eingeschlossen werden, die mit zwei verschiedenen Myokardprotektionsverfahren behandelt wurden. Diese teilten sich in die DNKP-Gruppe (n = 60) und CCC-Gruppe (n = 59) auf. Primäre Kontrollparameter waren die Kreatin-Kinase (CK), der CK-MB (Muscle and Brain)-Wert, das Troponin T (Trop T) sowie die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF). Zu den sekundären Endpunkten gehörten der intraoperative Bedarf an Erythrozytenkonzentraten, das applizierte Kardioplegievolumen, die Hämofiltrationsrate während der extrakorporalen Zirkulation sowie die postoperative Krankenhausaufenthaltsdauer.
Ergebnisse und Diskussion: In 80 % der beobachteten Fälle konnte eine Mitralklappenrekonstruktion durchgeführt werden. CK, CK-MB und Trop T waren im Durchschnitt zu allen Zeitpunkten der Messungen in der DNKP-Gruppe niedriger als in der CCC-Gruppe. Die LVEF war prä- und postoperativ im Durchschnitt in beiden Gruppen normwertig im Bereich zwischen 55 % und 64 %. Das applizierte Kardioplegievolumen (DNKP 975 ± 309 ml vs. CCC 1650 ± 426 ml) und die Hämofiltrationsrate (DNKP n = 18/60, CCC n = 54/59) unterschieden sich in den beiden Kardioplegiegruppen. Intraoperativ wurde bei 15 % der Mitralklappenrekonstruktionen/Ersatz (MKR/E) mindestens ein Erythrozytenkonzentrat verabreicht. Die postoperative Krankenhausaufenthaltsdauer lag in beiden Gruppen bei 11 Tagen.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass die DNKP-Gruppe bei den genannten Kontrollparametern nicht schlechter abschneidet als die CCC-Gruppe, so dass eine sichere Myokardprotektion gewährleistet ist.
Einleitung: Die besondere Herausforderung bei der Perfusion von Säuglingen und Kleinkindern ist die Diskrepanz zwischen dem Blutvolumen des Patienten und der Menge des benötigten Primings. Dieses ungünstige Verhältnis führt zu einer verstärkten Hämodilution während der extrakorporalen Zirkulation (EKZ). Ziel der vorliegenden Arbeit war die Analyse des Ist-Zustandes des EKZ-Primings bei Säuglings- und Kinderherzoperationen.
Material und Methoden: In einer digitalen Umfrage wurden 2021 alle Zentren mit Kinderherzchirurgie in Deutschland sowie eine Schweizer Klinik angefragt (n = 22). Ziel war es, für drei vorgegebene Gewichtsgruppen (<5 kg KG, 5–10 kg KG und 10–25 kg KG) einen Überblick über die verwendeten Primingkomponenten und deren Mengen zu erhalten. Dabei wurde die Abfrage in vier verschiedene Hauptkategorien geteilt: kristalloide Lösungen, kolloidale Lösungen, Blutprodukte und Primingzusätze. Darüber hinaus wurde abgefragt, ob das angewandte Priming zur Verbesserung der Qualität hämofiltriert und/oder vorgewaschene Erythrozytenkonzentrate (EK) eingesetzt werden. Die Auswertung erfolgte mittels Microsoft Excel in tabellarischer und graphischer Form.
Ergebnis: Die Rücklaufquote der Umfrage betrug 100 %. Als kristalloide Lösungen kommen Ringer-Acetat, Jonosteril, Sterofundin, Duosol sowie Plasmalyte A zum Einsatz. Als kolloidale Lösungen werden Gelafundin und Humanalbumin eingesetzt. Als Blutprodukte werden EK sowie gefrorenes Frischplasma angegeben. Weitere Primingzusätze sind Heparin, Mannitol, Calcium, Natriumbicarbonat, Vitamin C, Inzolen, Magnesium, Prednisolon, Cefuroxim sowie Tranexamsäure.
Schlussfolgerung: Durch eine Rücklaufquote von 100 %, konnte eine vollständige Analyse des Ist-Zustands des derzeitig verwendeten EKZ-Primings bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern bis 25 kg Körpergewicht (KG) vorgenommen werden. Die vorliegende Übersichtsarbeit zeigt, dass es keine einheitliche Primingstrategie gibt. Weiter konnte aufgezeigt werden, dass erst durch die Minimierung der EKZ-Systeme die Möglichkeit besteht, auf bestimmte Primingzusätze und Fremdblutprodukte zu verzichten. Diese Übersichtsarbeit bietet eine Diskussionsgrundlage für einen gemeinsamen Konsens einer an den Patienten angepassten Priminglösung.
Highlights
Einleitung: Immer wieder kommt es im klinischen Alltag vor, dass vorbereitete Schlauchsets für extrakorporale Verfahren nicht unmittelbar verwendet werden oder für den zeitkritischen Einsatz bereits aufgebaut vorgehalten werden. Regelmäßig kommt daher die Frage auf: Wie lange können diese Systeme trocken oder geprimt in Bereitstellung verbleiben? Zudem sind Fragen der Gewährleistung von Gasaustauschleistung und Hygiene häufige Diskussionspunkte.
Methode: Über eine PubMed-Datenbankabfrage wurde relevante Literatur identifiziert, die sich mit der Fragestellung der Lagerung aufgebauter und/oder geprimter extrakorporaler Systeme befasst. Aufgeteilt nach offenen und geschlossenen Schlauchsystemen wurde ausgewertet, für welche Zeiträume Sterilitätsgrenzen und Funktionseinschränkungen ermittelt wurden.
Ergebnis: Insgesamt wurden 13 Quellen, publiziert zwischen 1997 und 2022, ausgewertet. Je sechs Quellen befassten sich mit offenen beziehungsweise geschlossenen Systemen, während eine Studie beide Bereiche abdeckte. In allen Studien konnte gezeigt werden, dass die Lagerdauer keinen Einfluss auf die Sterilität der aufgebauten Systeme hat. Einzige Ausnahmen waren absichtliche Kontaminationen. Für offene Systeme lagen die untersuchten Zeiträume geprimter Lagerung im Zeitraum bis zu einer Woche. Für geschlossene und gefüllte Schlauchsysteme konnten Standzeiten bis zu zwei Monaten nachgewiesen werden. Tests zur Gasaustauschleistung zeigten keine relevanten Leistungseinbußen.
Fazit: Es gibt, unter Beachtung der allgemeinen Hygienemaßnahmen, keine Hinweise auf Kontamination offener oder geschlossener Schlauchsysteme in den untersuchten Lagerungszeiträumen. Auch die Funktion der Gasaustauschmembranen unterliegt keinen relevanten Einschränkungen. Offene Fragen bestehen in der Veränderung der mit dem Priming in Kontakt stehenden Oberflächen und der Migration von Weichmachern und Toxinen aus den Kunststoffen.
Neugeborene und Säuglinge haben ein unreifes Immun- und Komplementsystem, welches im Vergleich zu älteren Patienten zu viel geringeren Teilen Antikörper gegen die Blutgruppen (BG)-Antigene A und B ausbildet. Die blutgruppengleiche Transplantation (ABOc) ist das etablierte Standardverfahren. Aber auch die blutgruppenungleiche Transplantation (ABOi) hat sich in den letzten Jahrzehnten als Alternative etablieren können (Tab. 1). Die Bildung der BG-Antikörper ist bei Kindern in den ersten 6 Monaten kaum vorhanden und in den ersten 24 Monaten reduziert, daher besteht die Möglichkeit für eine ABOi-Herztransplantation (HTx). Im Jahre 2001 berichten West et al. erstmalig über eine Fallgruppe mit ABOi-HTx aus Toronto [1]. Seitdem hat sich dieses Verfahren weltweit durchgesetzt und weiterentwickelt [2–6]. Zur Durchführung der ABOi-HTx werden ab einem Antikörperspiegel von >1:8 an der Herz-Lungen-Maschine (HLM) ein Plasmaseparator PlasmaFlow OP-05(L) (ASAHI KASEI Medical, Japan) sowie ein Immunadsorber Glycosorb ABO-Säule (Glycorex Transplant AB, Schweden) zur Reduzierung der Antikörperspiegel verwendet. Die Dauer der Therapie richtet sich nach den Antikörperspiegeln und muss präoperativ berechnet werden.
An unserem Zentrum wurden seit Einführung der ABOi-HTx im Jahr 2022 7 Kinder und Säuglinge gelistet. Von diesen wurden bislang drei Patienten erfolgreich ABOi-transplantiert. Der Einsatz der Immunadsorption ist ein einfaches Verfahren zur Reduktion der Antikörperlast und stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem kompletten Plasmatausch dar.
Einleitung: Um die Anzahl an möglichen Herztransplantationen zu erhöhen, werden zunehmend Herzen von sogenannten Donation after Circulatory Death (DCD)-Spendern zur Therapie von Herzversagen im Endstadium transplantiert. In der klinischen Anwendung werden DCD-Herzen mittels Ex-vivo-Maschinenperfusion (EVMP) mit normothermem Blut des Organspenders schlagend transportiert. Nichtsdestotrotz haben wir in einem DCD- Schweinemodell gezeigt, dass EVMP mit hypothermer kristalloider Histidin-Tryptophan-Ketoglutarat-N-Lösung statt Blut die linksventrikuläre Kontraktilität und Relaxation besser konserviert. Es blieb jedoch weiterhin unbekannt, ob sich die linksventrikuläre Kontraktilität und Relaxation von DCD-Herzen während der frühen Reperfusion nach EVMP verändert oder konstant bleibt.
Material und Methoden: Wir haben in einem DCD-Schweinemodell Herzen für die Dauer von 4 Stunden entweder mit normothermer oxygenierter Blutperfusion (BP-Gruppe; n = 6) oder mit hypothermer oxygenierter HTK-N-Perfusion (HTK-N-Gruppe; n = 6) versorgt. Im Anschluss wurden die Herzen beider Gruppen für 2 Stunden mit frischem Blut reperfundiert. Währenddessen wurde nach 30 min, 60 min und 120 min die linksventrikuläre Kontraktilität bei einem linksventrikulären Füllvolumen (LVV) von 10 ml und 20 ml bestimmt.
Ergebnisse: Die maximale Druckanstiegsrate (dp/dtmax) bei 10 ml LVV sank stufenweise von 1442±152 mmHg/s bei 30 min auf 872±180mmHg/s (95 % CI der Mittelwertedifferenz [MWD]: 1242; -103) bei 120 min Reperfusion nach BP und blieb in der HTK-N-Gruppe konstant. Bei 20 ml LVV haben sich bei dp/dtmax in beiden Gruppen keine wesentlichen Unterschiede während der Reperfusionszeit gezeigt. Die maximale Drucksenkungsrate (dp/dtmin) hat sich bei 10 ml LVV nur in der BP-Gruppe von -935±236 mmHg/s nach 30 min auf -522±67 mmHg/s nach 120 min (95 %CI MWD: -347; 1172) Reperfusion verschlechtert und bei 20 ml LVV in beiden Gruppen nur kleine Unterschiede gezeigt.
Fazit: Die linksventrikuläre Kontraktion und Relaxation von DCD-Schweineherzen verschlechtert sich während der Reperfusion (120 min) nach EVMP mit Blut und bleibt nach EVMP mit HTK-N konstant. Nichtsdestotrotz können höhere LVVs die reduzierte Kontraktilität und Relaxation partiell aufheben.
Einleitung: Die Sauerstoffzufuhr ist einer der primären Zwecke der Herz-Lungen-Maschine (HLM). Bis zum Zeitpunkt der vorliegenden Arbeit ist der Perfusionsgemeinschaft und in der vorliegenden Literatur kein standardisiertes Schema zur Einstellung einer präoperativen Sauerstofffraktion bekannt, um einen angemessenen Zielwert des arteriellen Sauerstoffpartialdrucks (paO2) für die extrakorporale Oxygenierung zu erreichen. Die folgende Umfrage zu den präoperativen Kriterien und Zielwerten zur Einstellung der „inspiratorischen“ Sauerstofffraktion an der HLM wurde durchgeführt, um den Umgang der Perfusionist:innen mit dem Gasblender in der täglichen Praxis abzubilden.
Material und Methoden: Die deutschlandweite Umfrage bestand aus 10 Fragen, die mit der Software SurveryMonkey entwickelt wurden. Das Design der Fragen bestand entweder aus Ja/Nein-Fragen oder Mehrfachantwortoptionen. Es war auch möglich, jede Frage mit Freitextantworten zu kommentieren. Die Umfrage wurde per E-Mail an alle kardiovaskulären Perfusionsabteilungen in Deutschland versandt, nachdem mit der SurveyMonkey-Software ein nicht rückverfolgbarer QR-Code-Link generiert worden war.
Ergebnisse: Von 27 Herzzentren mit insgesamt 266 Perfusionist:innen wurden 92 Fragebögen (35 %) zurückgesandt und in die Analyse einbezogen.
Diskussion: Diese prospektive Umfrage gibt einen ersten Überblick über die Entscheidungskriterien, die Perfusionist:innen bei der Auswahl der präoperativen inspiratorischen Sauerstofffraktion FiO2 der HLM in Deutschland anwenden. Berufserfahrung der Perfusionist:innen sowie die Leistungsdaten des Oxygenators waren die vorherrschenden Faktoren im Entscheidungsprozess. Für eine repräsentativere Analyse sollte die Berufserfahrung in einer weiteren Befragung nach Abschluss, Berufsstatus, Jahren der Berufserfahrung und Alter der Perfusionist:innen differenziert werden.
TAKE HOME MESSAGE
Infusionssysteme mit 15 µm Filtern stellen kein Hindernis für die Applikation kristalloider Organprotektionslösungen dar. Bei Flussraten über 250 ml/ min empfiehlt sich die Verwendung von zwei parallel zulaufenden Infusionssystemen.
ZUSAMMENFASSUNG
Einleitung: Bei der Lagerung von Custodiol-Flaschen können sich Silikonpartikel bilden. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schreibt die Anwendung eines 15 µm Filters zur Applikation der Lösung vor. Untersucht wurde hier die sichere Anwendung der pumpengetriebenen Gabe kristalloider Kardioplegie in der Kinder- und Erwachsenenherzchirurgie.
Material und Methode: An einer Herz-Lungen-Maschine (HLM) wurden gängige Applikationsraten durch verschiedene Silikonschläuche der Größen 1/8", 3/16" und 1/4" vermessen. Für die Zuführung der Kardioplegie wurden hierbei zweierlei Filtersysteme eingesetzt. Die Evaluierung erfolgte für gängige Kardioplegieflüsse der unterschiedlichen Einsatzgebiete. Dazu wurden die entstehenden Druckverhältnisse, sowie die Mikroblasenaktivität gemessen.
Ergebnisse: Mit zunehmender Applikationsrate nimmt der Sog an der Infusionsleitung zu, analog dazu steigen die Drücke vor der Kardioplegielinie an. Die Mikroblasenaktivität steigt bei den Pumpensegmenten 1/8" und 3/16" ab 250 ml/min und bei 1/4" über 500 ml/min deutlich an.
Fazit: Es konnte die sichere Anwendung gefilterter Infusionsleitungen nachgewiesen werden. Für die üblichen Flussbereiche der Kardioplegiegabe in der Kinder- und Erwachsenenherzchirurgie fanden sich in der vorliegenden Untersuchung keine unüberwindbaren Einschränkungen.
Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) zählt zu den Eckpfeilern der Therapie für Patient:innen mit schwererHerzinsuffizienz. Patient:innen mit hochgradig reduzierter Ejektionsfraktion, Linksschenkelblock und verbreitertemQRS-Komplex können unter einer CRT eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen. Um das Therapiepotenzial auszuschöpfen, sind eine bestmögliche Platzierung der linksventrikulären Sonde und eine adäquate Programmierung unerlässlich.
Maik Foltan M.Sc., Universitätsklinikum Regensburg
Sven Maier M.Sc., Universitätsklinikum Freiburg
Benjamin Haupt M.Sc., Deutsches Herzzentrum Berlin
Marc Wollenschläger B.Sc., Kerckhoff – Klinik GmbH, Bad Nauheim
Dr. Frank Münch, Universitätsklinikum Erlangen
Das Fachwissensquiz von Januar ’26 zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Perfusiologie (Teil 1)“ ist online!
Jeden ersten Montag im Monat bietet dir die DGPTM die Gelegenheit, dein Fachwissen auf den Prüfstand zu stellen und aufzufrischen.
Für jedes absolvierte Quiz erhältst du einen halben Punkt zur EBCP-Akkreditierung. Mit regelmäßiger Teilnahme kannst du so bis zu sechs Punkte im Jahr erreichen. Achtung: Hierfür musst Du eingeloggt sein! Den Fortbildungsnachweis findest Du im Mitgliederbereich.
Das DGPTM-Fachquiz ist mehr als nur ein Wissenstest – es ist deine spannende Chance zur Fortbildung.
Viel Freude beim Rätseln!
Im geschützten Mitgliederbereich könnt ihr ab sofort eure persönlichen Angaben prüfen und aktualisieren. Bitte schaut nach, ob Adresse, E-Mail und weitere Kontaktdaten noch stimmen und ergänzt bei Bedarf eure akademischen Titel, damit wir euch künftig korrekt ansprechen können.
Außerdem läuft weiterhin unsere Gehaltsumfrage. Eure Teilnahme hilft, ein realistisches Bild der beruflichen Situation in unserer Berufsgruppe zu zeichnen und Argumentationsgrundlagen gegenüber Kliniken, Politik und Öffentlichkeit zu stärken. Die Umfrage ist anonym und in sehr kurzer Zeit erledigt.
Auf Wunsch könnt ihr euch im Mitgliederbereich auch eure persönlichen EFN-Barcodes anzeigen lassen und ausdrucken. So habt ihr sie für Fortbildungen und Zertifikate jederzeit griffbereit.
Wir freuen uns, wenn ihr euch kurz einloggt, eure Daten auf den neuesten Stand bringt und die Angebote im Mitgliederbereich nutzt.
Herzlichen Glückwunsch an die Jubilare der DGPTM und an alle, die einen Preis erhalten haben. Ein ebenfalls großer Dank richtet sich an die Sponsoren der Preise.
Eine Übersicht zu den Abstracts der prämierten Arbeiten befindet sich am Ende des Artikels.
Tagungspreis 2025 der DGPTM (Sponsor: free life medical GmbH)
Preisträger: Nicola Kwapil, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Nicola Kwapil, Rigobert Schnur (von free life) und PD Dr. Alexander Horke
DGTHG-Preis Fokustagung Herz 2025 (Sponsor: Dr. Franz Köhler Chemie GmbH)
Preisträgerin: Dr. Claudia Arenz, Universitätsklinikum Bonn
Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Dr. Claudia Arenz, PD Dr. Alexander Horke und Dr. Stefan Fritz (von Köhler Chemie)
Nachwuchsförderpreis der Jungen Foren (Sponsor: Dr. Franz Köhler Chemie GmbH)
Preisträgerin: Gloria Nulchis, Universitätsklinikum Tübingen
Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Gloria Nulchis, PD Dr. Alexander Horke und Dr. Stefan Fritz (von Köhler Chemie)
Innovationspreis (Sponsor: Eurosets GmbH Deutschland)
Preisträger: Nicola Kwapil, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Nicola Kwapil, Martin Schmidthöfer (von Eurosets), PD Dr. Frank Münch, PD Dr. Alexander Horke
Förderpreise (Sponsor: Terumo Deutschland GmbH)
A: bestbewerteter Originalbeitrag
Preisträger: Simon Mayer, Herzzentrum Klinikum Stuttgart
Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Lars Saemann, Simon Mayer und Tilo Barth (von Terumo)
B: beste Erstveröffentlichung
Preisträger: Lukas Fiebig, Hochschule Furtwangen
Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Lars Saemann, Lukas Fiebig und Tilo Barth (von Terumo)
Preisträger zum Josef Güttler Stipendium
Preisträger: Jhonathan Torres Mosquera, Universitätsklinikum Magdeburg
Auf dem Foto mit PD Dr. Frank Münch
Hier die Jubilare aus diesem Jahr, jeweils mit PD Dr. Frank Münch
50 jähriges: Jürgen Witt
40 jähriges: Stefan Kasseckert, Albert Dick
25 jähriges: Olaf Sillmann (Foto anbei), Holger Schulze Schleithoff, Mathias Opitz (Foto anbei), Joachim Naumann (Foto anbei), Frank-Oliver Große (Foto anbei), Markus Fischer, Andreas Behrendt, Johannes Amberger
Tagungspreis 2025 der DGPTM
| A-168 | Kompakter ECMO-Trolley – ein Transportsystem für alle Materialien | Nicola Kwapil (Universitätsmedizin Mainz) (DGPTM) |
DGTHG-Preis Fokustagung Herz 2025
| A-158 | Pulmonalklappendilatation bei frühsymptomatischer Fallot-Tetralogie: Erste palliative Maßnahme und Einfluß ballonbedingter Klappeneinrisse auf die chirurgische Strategie | Dr. Claudia Arenz (Universitätsklinikum Bonn) (DGTHG) |
Nachwuchsförderpreis der Jungen Foren
| A-174 | Über die allometrischen Interaktionen der fraktalen Eigenschaften des kardiovaskulären Gefäßsystems und dem Hagen-Poiseuille’schen Gesetz. Erkenntnisse aus einem mathematischen Modell und der Simulaiton per Computational Fluid Dynamics für Bypässe. | Gloria Nulchis (Universitätsklinikum Tübingen) |
Innovationspreis
| A-167 | Kinder ECMO Fahrtrage 2.0 – eine standardisierte Lösung für Deutschland | Nicola Kwapil (Universitätsmedizin Mainz) (DGPTM) |
Credits der Fotos:
DGPTM/Klindtworth
Im Operationssaal gibt es eine Berufsgruppe, die nie direkt am OP-Tisch stehen und doch überlebenswichtig in ihrer Tätigkeit sind: die Perfusionist:innen. Während das Operationsteam am Herzen arbeitet, steuern sie die Herz-Lungen-Maschine, überwachen Blutfluss, Sauerstoffsättigung und zahlreiche Laborwerte und sorgen dafür, dass der Körper des Patienten auch dann optimal versorgt bleibt, wenn Herz und Lunge vorübergehend stillstehen. Ihre Arbeit verbindet hochpräzise Medizin mit komplexer Medizintechnik – entscheidend dafür, dass solche Eingriffe überhaupt möglich sind.
Nach über einem ¾ Jahr der Planung, intensiven Meetings, Codierung und Schreibarbeit ist am 13.01.2025 ist unsere neue Website live gegangen und wir sind stolz, hier ein neues Zuhause für unsere Mitglieder geschaffen zu haben. Zukünftig soll sie zur zentralen Plattform des Austauschs in unserer Community werden. Dafür arbeiten wir im Hintergrund an spannenden Erweiterungen.
Ein Highlight wird ein eigener „News“-Bereich sein, der euch stets über aktuelle Entwicklungen rund um Perfusion und technische Medizin informiert. Schaut regelmäßig vorbei und bringt euch ein – wir freuen uns auf eure Anregungen!
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