Editorial 1-2024

KARDIOTECHNIK Ausgabe:
1-2024

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

für viele ist diese erste Ausgabe der Fachzeitschrift „Die Perfusiologie“ (vormals KARDIOTECHNIK) mit allerlei Emotionen und Überlegungen verbunden. Wie bereits im letzten Jahr angekündigt, hatten wir uns als Herausgeber, Mitherausgeber, Redaktion und Verlag entschieden, nach den vielen erfolgreichen Jahren den Namen unserer Fachzeitschrift zu verändern. Wir folgen damit einer gängigen Praxis, die bereits seit mehreren Jahrzehnten in der wissenschaftlichen Welt zu beobachten ist. In den letzten Jahren waren es vorwiegend sprachliche Überlegungen, die weg von einer personenbezogenen Fachbezeichnung hin zur neutralen Fachbeschreibung gingen. Viele Fachgesellschaften tolerierten den möglichen Verlust von Impactpunkten, wussten aber, dass deren Fortschreibung bei unverändertem Inhalt zu verschmerzen ist. Wir beziehen uns mit dem neuen Namen auch auf die Fachbeschreibung und denken, dass der nun stärkere wissenschaftliche Bezug des Namens „Die Perfusiologie“ strategisch sinnvoll sein wird. Inhaltlich wollen wir uns natürlich nicht von der guten und vor allem notwendigen technischen Ausrichtung unseres Berufes distanzieren. Beides wird notwendig sein, um die Patientenversorgung theoretisch zu hinterfragen und zu untermauern und praktisch umzusetzen. Wir fühlen uns verpflichtet, mit einem aktualisierten Erscheinungsbild fundierten und praktisch anwendbaren Inhalt zu bieten, so wie wir es kennen. 

Nun aber zu Fundament und Anwendung: Wir kennen alle die Diskussion um den Schaden der extrakorporalen Zirkulation und versuchen immer wieder, diesen zu beschreiben und zu quantifizieren. In den frühen Jahren der Kardiotechnik kannte man bereits die sofortige Destruktion geformter Elemente, die Bildung sogenannter ghost cells ohne Funktion und die subletale Destruktion mit verminderter Funktion oder Lebensspanne. Bernstein, Castaneda und Varco hatten dies 1965 in den Transactions – American Society for Artificial Internal Organs unter dem Titel „Some Biologic Limitations to Prolonged Blood Pumping“ veröffentlicht [1]. Ihnen war der zeitliche Bezug bewusst, die zeitliche Schwelle ließ sich aber kaum definieren. Nach wie vor ist der zeitliche Bezug ein wichtiger Faktor, zusätzlich können aber auch andere Indizes wie kumuliert gepumptes Blutvolumen, integrierte Berechnungen wie die Fläche unter der Kurve o. Ä. mit einbezogen werden. 

Die Quantifizierung ischämischer Schäden stellt uns vor das gleiche Problem, stets haben wir die Zeit im Nacken und versuchen ischämische Phasen und damit den Einfluss auf Morbidität und Mortalität zu reduzieren. In der aktuellen Ausgabe haben die Kolleginnen und Kollegen des Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart die Thematik der goal-directed perfusion wieder aufgenommen und retrospektiv bei 291 Patient:innen den Sauerstoffanlieferungsindex im Zusammenhang mit dem akuten Nierenversagen untersucht. Der Index war bei Patient:innen mit Nierenversagen insgesamt niedriger, aber nicht signifikant unterschiedlich. Es bleibt also weiterhin spannend, wie wir eine adäquate Perfusion definieren und auch umsetzen können. Bezüglich einer intraoperativen Hypotension als möglicher Vorhersagewert einer 30-Tages-Mortalität bei nicht herzchirurgischen Patient:innen gibt es dagegen aussagekräftige Daten. Eine retrospektive Auswertung der Daten von ca. 19.000 Patient:innen in den USA zeigte, dass ein systolischer Blutdruck <67 bzw. 49 mmHg über eine Zeitdauer >8,2 bzw. 3,9 min bereits mit einer höheren postoperativen Mortalität verbunden war [2]. Die kritische Bewertung einer adäquaten Perfusion ist also schwierig, aber nicht unmöglich. 

Neben den eher theoretischen Überlegungen diskutieren wir in dieser Ausgabe außerdem über zukünftige Kompetenzen unseres Berufsbildes, die es dann durch die Ausbildung über die Hochschulen und die fachpraktische Ausbildung in den Kliniken umzusetzen gilt. 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser ersten Ausgabe unter neuem Namen 

Johannes Gehron 

  1. Bernstein EF, Castaneda AR, Varco RL. Some Biologic Limitations to Prolonged Blood Pumping. ASAIO Journal. 1965;11(1):118-21. 
  1. Monk TG, Bronsert MR, Henderson WG, Mangione MP, Sum-Ping STJ, Bentt DR, et al. Association between Intraoperative Hypotension and Hypertension and 30-day Postoperative Mortality in Noncardiac Surgery. Anesthesiology. 2015;123(2):307-19. doi: 10.1097/aln.0000000000000756. 

Das Fachwissensquiz März ’26 ist online!

Das Fachwissensquiz von März ’26 zum Thema „Left Ventricular Assist Device Teil I (Teil 1)“ ist online!

Jeden ersten Montag im Monat bietet dir die DGPTM die Gelegenheit, dein Fachwissen auf den Prüfstand zu stellen und aufzufrischen.

Für jedes absolvierte Quiz erhältst du einen halben Punkt zur EBCP-Akkreditierung. Mit regelmäßiger Teilnahme kannst du so bis zu sechs Punkte im Jahr erreichen. Achtung: Hierfür musst Du eingeloggt sein! Den Fortbildungsnachweis findest Du im Mitgliederbereich.

Das DGPTM-Fachquiz ist mehr als nur ein Wissenstest – es ist deine spannende Chance zur Fortbildung.

Viel Freude beim Rätseln!

Das Fachwissensquiz Februar ’26 ist online!

Das Fachwissensquiz von Februar ’26 zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Perfusiologie (Teil 2)“ ist online!

Jeden ersten Montag im Monat bietet dir die DGPTM die Gelegenheit, dein Fachwissen auf den Prüfstand zu stellen und aufzufrischen.

Für jedes absolvierte Quiz erhältst du einen halben Punkt zur EBCP-Akkreditierung. Mit regelmäßiger Teilnahme kannst du so bis zu sechs Punkte im Jahr erreichen. Achtung: Hierfür musst Du eingeloggt sein! Den Fortbildungsnachweis findest Du im Mitgliederbereich.

Das DGPTM-Fachquiz ist mehr als nur ein Wissenstest – es ist deine spannende Chance zur Fortbildung.

Viel Freude beim Rätseln!

Das Fachwissensquiz Januar ’26 ist online!

Das Fachwissensquiz von Januar ’26 zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Perfusiologie (Teil 1)“ ist online!

Jeden ersten Montag im Monat bietet dir die DGPTM die Gelegenheit, dein Fachwissen auf den Prüfstand zu stellen und aufzufrischen.

Für jedes absolvierte Quiz erhältst du einen halben Punkt zur EBCP-Akkreditierung. Mit regelmäßiger Teilnahme kannst du so bis zu sechs Punkte im Jahr erreichen. Achtung: Hierfür musst Du eingeloggt sein! Den Fortbildungsnachweis findest Du im Mitgliederbereich.

Das DGPTM-Fachquiz ist mehr als nur ein Wissenstest – es ist deine spannende Chance zur Fortbildung.

Viel Freude beim Rätseln!

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Gehaltsumfrage

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Preisträger Jahrestagung 2025 und Jubilare der DGPTM

Herzlichen Glückwunsch an die Jubilare der DGPTM und an alle, die einen Preis erhalten haben. Ein ebenfalls großer Dank richtet sich an die Sponsoren der Preise.

Eine Übersicht zu den Abstracts der prämierten Arbeiten befindet sich am Ende des Artikels.

 

Tagungspreis 2025 der DGPTM (Sponsor: free life medical GmbH)

Preisträger: Nicola Kwapil, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Nicola Kwapil, Rigobert Schnur (von free life) und PD Dr. Alexander Horke

 

DGTHG-Preis Fokustagung Herz 2025 (Sponsor: Dr. Franz Köhler Chemie GmbH)

Preisträgerin: Dr. Claudia Arenz, Universitätsklinikum Bonn

Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Dr. Claudia Arenz, PD Dr. Alexander Horke und Dr. Stefan Fritz (von Köhler Chemie)

 

Nachwuchsförderpreis der Jungen Foren (Sponsor: Dr. Franz Köhler Chemie GmbH)

Preisträgerin: Gloria Nulchis, Universitätsklinikum Tübingen

Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Gloria Nulchis, PD Dr. Alexander Horke und Dr. Stefan Fritz (von Köhler Chemie)

 

Innovationspreis (Sponsor: Eurosets GmbH Deutschland)

Preisträger: Nicola Kwapil, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Auf dem Foto sind von links nach rechts: Sebastian Tiedge, Nicola Kwapil, Martin Schmidthöfer (von Eurosets), PD Dr. Frank Münch, PD Dr. Alexander Horke

 

Förderpreise (Sponsor: Terumo Deutschland GmbH)

A: bestbewerteter Originalbeitrag

Preisträger: Simon Mayer, Herzzentrum Klinikum Stuttgart

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Lars Saemann, Simon Mayer und Tilo Barth (von Terumo)

B: beste Erstveröffentlichung

Preisträger: Lukas Fiebig, Hochschule Furtwangen

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Lars Saemann, Lukas Fiebig und Tilo Barth (von Terumo)

 

Preisträger zum Josef Güttler Stipendium

Preisträger: Jhonathan Torres Mosquera, Universitätsklinikum Magdeburg

Auf dem Foto mit PD Dr. Frank Münch

 

 

Hier die Jubilare aus diesem Jahr, jeweils mit PD Dr. Frank Münch

50 jähriges: Jürgen Witt

40 jähriges: Stefan Kasseckert, Albert Dick

25 jähriges: Olaf Sillmann (Foto anbei), Holger Schulze Schleithoff, Mathias Opitz (Foto anbei), Joachim Naumann (Foto anbei), Frank-Oliver Große (Foto anbei), Markus Fischer, Andreas Behrendt, Johannes Amberger

 

 

Übersicht zu den Abstracts der prämierten Arbeiten

Tagungspreis 2025 der DGPTM

A-168 Kompakter ECMO-Trolley – ein Transportsystem für alle Materialien Nicola Kwapil
(Universitätsmedizin Mainz) (DGPTM)

 

DGTHG-Preis Fokustagung Herz 2025

A-158 Pulmonalklappendilatation bei frühsymptomatischer Fallot-Tetralogie: Erste palliative Maßnahme und Einfluß ballonbedingter Klappeneinrisse auf die chirurgische Strategie Dr. Claudia Arenz (Universitätsklinikum Bonn) (DGTHG)

 

Nachwuchsförderpreis der Jungen Foren

A-174 Über die allometrischen Interaktionen der fraktalen Eigenschaften des kardiovaskulären Gefäßsystems und dem Hagen-Poiseuille’schen Gesetz. Erkenntnisse aus einem mathematischen Modell und der Simulaiton per Computational Fluid Dynamics für Bypässe. Gloria Nulchis
(Universitätsklinikum Tübingen)

 

Innovationspreis

A-167 Kinder ECMO Fahrtrage 2.0 – eine standardisierte Lösung für Deutschland Nicola Kwapil
(Universitätsmedizin Mainz) (DGPTM)

 

 

Credits der Fotos:

DGPTM/Klindtworth

Der „Maschinist“ im Saal. Die Arbeit von Perfusionist:innen (Zeitungsartikel)

Im Operationssaal gibt es eine Berufsgruppe, die nie direkt am OP-Tisch stehen und doch überlebenswichtig in ihrer Tätigkeit sind: die Perfusionist:innen. Während das Operationsteam am Herzen arbeitet, steuern sie die Herz-Lungen-Maschine, überwachen Blutfluss, Sauerstoffsättigung und zahlreiche Laborwerte und sorgen dafür, dass der Körper des Patienten auch dann optimal versorgt bleibt, wenn Herz und Lunge vorübergehend stillstehen. Ihre Arbeit verbindet hochpräzise Medizin mit komplexer Medizintechnik – entscheidend dafür, dass solche Eingriffe überhaupt möglich sind.

Zeitungsartikel Donaukurier Geschichte aus dem OP Saal

Willkommen zur neuen Webseite

Nach über einem ¾ Jahr der Planung, intensiven Meetings, Codierung und Schreibarbeit ist am 13.01.2025 ist unsere neue Website live gegangen und wir sind stolz, hier ein neues Zuhause für unsere Mitglieder geschaffen zu haben. Zukünftig soll sie zur zentralen Plattform des Austauschs in unserer Community werden. Dafür arbeiten wir im Hintergrund an spannenden Erweiterungen.

Ein Highlight wird ein eigener „News“-Bereich sein, der euch stets über aktuelle Entwicklungen rund um Perfusion und technische Medizin informiert. Schaut regelmäßig vorbei und bringt euch ein – wir freuen uns auf eure Anregungen!

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